#43 – Der Erdapfel: Die Zitrone des Nordens
Shownotes
Erpfi, Bramburi oder Kartoffel – im Waldviertel hat das beliebte Grundnahrungsmittel viele Namen. In dieser Folge besuchen wir die Waldviertler Erdäpfelwelt in Schweiggers und entdecken, warum der Erdäpfel hier so eine große Rolle spielt.
Wusstest du zum Beispiel, dass Erdäpfel auch „die Zitronen des Nordens“ genannt werden? Warum das so ist und welche spannende Geschichte hinter der unscheinbaren Knolle steckt, erzählt uns Irene Thaler-Zellhofer, die Leiterin der Erdäpfelwelt Schweiggers, bei einem akustischen Rundgang durch das Museum.
Eine Folge über regionale Kulinarik, überraschende Fakten und ein Lebensmittel, das im Waldviertel einfach dazugehört.
Jetzt auf Play drücken und reinhören!
_Mit Unterstützung von Bund, Land und Europäischer Union.
Mehr zur Waldviertler Erdäpfelwelt Schweiggers unter: https://www.waldviertel.at/ausflug-freizeit/waldviertler-erdaepfelwelt-schweiggers
Mehr zum Waldviertler Erpfi unter: https://www.waldviertel.at/erdaepfel _
Transkript anzeigen
Transkript
Sprecher 1
Der Erpfi wächst bei uns im Waldviertel gut, er braucht lockere Böden, er braucht aber auch Feuchtigkeit und ein bisschen prädestiniertes Waldviertler Pflanzerl ist er schon, weil der Erpfi stellt bei 30 Grad das Wachstum ein.
Sprecher 3
Herzlich willkommen zum Waldviertel Podcast.
Sprecher 2
A Woidviertler, drei Leit - wir sind wieder da mit News und zwar heute alles rund um das Thema Kartoffel. Wir sind in Schweiggers und die sind so begeistert von der Kartoffel, die haben sogar ein Museum draus.
Sprecher 3
Gemacht, die Erdäpfelwelt.
Sprecher 2
Nein, die Kartoffelwelt. Liebe Irene, wie heißt es denn richtig?
Sprecher 1
Die Erbfewelt, da sind wir, da sind.
Sprecher 3
Wir, das tut mir schon.
Sprecher 2
Ein bisschen weh, die wollte Vettel sagen, Äpfel, wie kann man denn, wie kann man denn nur sagen, ich hab gehört, was gibt es noch?
Sprecher 1
Ganz, ganz viele, also unsere Nächsten Nachbarn sagen Bramburi dazu, das kennen vielleicht auch noch ein paar. Bramburi, Bramburi, Grundbirnen oder Grundbirnen, genau das ist auch was ganz, ganz Beliebtes.
Sprecher 3
Und zum zum Erbfisalat sagst du ja Erbfisalat.
Sprecher 1
Du hast ja Erbfisalat.
Sprecher 2
Ja, ist ja Topfisalat.
Sprecher 1
Weiß ich gar nicht, ob sie es im Wirtshaus kriegst bei uns.
Sprecher 2
Vor allem Erdäpfel, ihr, ihr verschluckt es ja auch. Wandern hast du ja Erdäpfel Salat, Erdäpfel Salat, da ist ja nur E. drinnen und ihr sagt, Erdäpfel.
Sprecher 1
Ja, so viel Zeit haben wir gar nicht, wir haben schon einen Gustav auf dem Erdbeersalat, das muss schnell gehen.
Sprecher 2
Das ist die kompakteste Version von der Erdäpfel. Erbpfel, liebe Irene, erzählen Sie mal, wie kommt es denn dazu, dass ein Ort hergeht und sagt, wir machen sogar ein Kartoffel-Erdäpfelmuseum?
Sprecher 1
Ja, wie ist das zustande gekommen? Wir sind ja da im Rathaus, die Erdbeerwelt befindet sich ja im Rathaus und das Rathaus ist so ein Gebäude, das ja vielfältig genutzt werden kann. Und früher war im Untergeschoss unten der Bauhof, die Disco, die Disco, wer weiß, vielleicht, und irgendwann ist der Raum dann plötzlich frei geworden und dann haben wir sie gefragt, was macht man mit dieser Kapazitäten und es ist schon länger mal die Idee so im Raum gestanden, dass man, weil ja der Erbe im Wald vielleicht eigentlich omnipräsent ist, vor allem auch bei uns in der Gemeinde, ob man dem nicht irgendwie eine Ausstellung oder ein Museum widmen kann und so ist das Ganze dann entstanden. Es ist ein Arbeitskreis gegründet worden, 2009 und 2003 13 ist dann die Erbfewelt nach Umbauarbeiten eröffnet worden.
Sprecher 3
Cool, und warum hat man genau, ich mein, Schweickers ist ein wunderschönes, was ist Dorf, Stadt, Dorf, Dorf, Dörfchen, aber warum haben wir genau Schweickers genommen als Standort für das Erbfemuseum?
Sprecher 1
Weil es auf Initiative für Gemeindebürger.
Sprecher 3
Die waren ja lustige Fans von der Erdäpfe, die Wolkenmuseum.
Sprecher 2
Das heißt, bei euch im Ort bauen auch sehr viele Bauern die Erbpfe an oder die Kartoffel.
Sprecher 1
Ja, bei uns in der Gemeinde wird nach wie vor sehr stark auf dem Kartoffelanbau, man muss so sagen, beim Anbau ist es der Kartoffel. Ja, sagt man einmal Kartoffel und man ist schon ganz draußen.
Sprecher 3
Also wir waren beim Anbau, warum so viel in der Gegend angebaut wird?
Sprecher 1
Genau, ja, es wird, es werden sehr, sehr viel Erbfehl angebaut in der Gemeinde. Wir haben eine Katastralgemeinde in unserer Gemeinde, da werden mehr Hektar Erbfehl angebaut als im ganzen Bundesland Salzburg.
Sprecher 2
Boah, was, echt?
Sprecher 1
Somit kann man da schon mal ein Museum machen.
Sprecher 3
Das kann man auf jeden Fall.
Sprecher 2
Und wie schaut das Museum jetzt aus? Wie, wir, wir waren kurz, sind wir durchgegangen, erklär uns schnell, nehmen wir uns mit auf die Reise durchs Museum.
Sprecher 1
Genau, also im Museum kann man interaktiv durchgehen, kann man alleine nicht durchgehen, es ist sehr schlüssig aufgebaut von der Pflanze über die Geschichte, über die Entwicklung der Arbeit mit dem Erbfe, bis hinaus, was das Waldfehler ausmacht, die Weiterproduktion in die verschiedensten Lebensmittel oder auch Stärkeprodukte. Und da kommt man vielleicht auf Sachen drauf, wo die Stärke drinnen ist vom Erbfe, was man so gar nicht gerechnet hat, zum Beispiel, zum Beispiel in der Kosmetik im Papier, in der Baustoffindustrie. Also der Erbbe ist sehr, sehr vielseitig und das ist halt auch das Nette am Museum, dass man da einfach Sachen sieht, die dann gar nicht bewusst sind über den Erbbe, weil wir kennen den Erbbe vom Töller, die meisten. Mhm, aber es gibt ja noch viel mehr zu wissen.
Sprecher 3
Wo kommt jetzt deine Leidenschaft vom Erbbe her? Ich mein, das ist ja, wie wir nur Museumsleiterin eines Erbbe Museums.
Sprecher 1
Na ja, diese Erbbe Affinity, die ist mir jetzt born and raised in Boardfield, nicht? Und ja, mir hat die Initiative taugt, dass das, dass dieses Museum da gemacht worden ist und so bin ich halt dann auch mit der Zeit dazu gekommen zu dem Arbeitskreis und habe halt eben erst vor kurzem gemeinsam mit einer zweiten die Leitung übernommen, weil bis vor einigen Wochen hat das nur die Hödl Maria gemacht. Sie und ihr vor allem ihr Mann, die 2 waren maßgeblich beteiligt daran, dass das JP Museum überhaupt entstanden ist damals.
Sprecher 2
Sie ist in Pension gegangen ist.
Sprecher 1
Oder sie hat sie genau, sie hat gesagt, sie möchte halt sich auch da zurückziehen. Sie unterstützt uns aber nach wie vor, weil es auch ganz wichtig ist, weil wir brauchen ja viel Hilfe bei den Führungen und da ist schon super, warum man da wirklich auf so viel etabliertes Wissen zurückgreifen kann.
Sprecher 2
Nehmen wir uns kurz mit in die Geschichte der Kartoffel. Also wo kommst du denn jetzt eigentlich her, wie ist sie in Österreich gelandet und warum haben wir es so gern?
Sprecher 1
Die Apfel, die Apfel, die Apfel. ja, die sind gekommen aus Südamerika und in Südamerika sind sie in Peru beziehungsweise in Chile dazumals kultiviert worden auf bis zu 4000 Meter Höhe, was eigentlich eher Wahnsinn ist. Und wie ihr heute merkt, wir haben jetzt den Waldviertler Winter, es ist auch ein bisserl, ein bisserl, wie soll ich sagen, schaffende Gegend bei uns momentan und das dürft ihr heute dann irgendwann am Ende des Tages auch ganz gut für eine Erdbeere angeboten haben. Mhm, aber da ist vorher noch ganz viel anderes passiert, bis er bei uns im Wald wieder gewesen ist, dann.
Sprecher 2
Und ich hab einmal, glaub ich, eine Dokumentation gesehen, dass es in Chile und Co, glaub ich, ja über 60 oder oder 100 Sorten oder was gibt oder voll viele verschiedene Sorten, haben wir das auch, weil ich kenn immer nur speckige und mehlige.
Sprecher 1
Das sind ja nicht einmal die Sorten, wir müssen die kochen.
Sprecher 2
Man sieht, ich bin kein Lebensmittelexperte.
Sprecher 1
Worldweit gibt es an die 5000 Sorten?
Sprecher 2
Ah, 5000, ja, O.
Sprecher 1
K., ja, und es doch ein wenig mehr, ein bisschen mehr. In Europa werden so um die 2000 kultiviert und in Österreich circa um die 50.
Sprecher 3
Mhm, und was macht jetzt den Waldviertleräpfel so besonders? Hat der irgendeine spezielle Eigenschaft?
Sprecher 1
Der gute Geschmack.
Sprecher 3
Ja, ist sicher.
Sprecher 1
Nein, es ist sicher der Geschmack, es ist der Erbfelwachst bei uns im Waldvierl gut, weil er der braucht lockere Böden, der braucht aber auch Feuchtigkeit und mal ein bisschen prädestiniertes Waldviertel Pflanzerl ist er schon, weil der Erbfisch stellt bei 30 Grad das Wachstum ein und 30 Grad ist ja was, was man bis vor etlichen Jahren noch ganz, ganz selten gehabt haben.
Sprecher 3
Mhm, spannend. Ja, und wie ist er jetzt wirklich umgekommen, der aus aus was für einem Grund ist umgekommen nach Europa oder zu uns ins Perfekt?
Sprecher 1
Umgekommen ist er eben durch die spanischen beziehungsweise die englischen Seefahrer, die haben, wie sie Südamerika, Zentral beziehungsweise Südamerika, dann quasi erobert haben, sind sie irgendwann auf die Erdäpfel gekommen und die, die indigenen Völker dort haben ja von den Erdäpfel, Erdäpfel, Guggerot und so weiter gelebt und so haben die halt auch gemerkt, das muss irgendwie was Essentielles sein, irgendwas Wichtiges und haben die mit nach Europa gebracht. In Europa waren wir zwar neugierig auf die Pflanzen, hat aber eher, man hat sie eher zu Zierzwecken angebaut, dann, weil die sind ja voll schöne Blühe. Aha, und man war am Anfang, also es hat lange gedauert, bis sich das ausgebreitet hat, wenn man die grünen Pflanzenteile haben wir nicht essen können. Die sind, glaube ich, sogar, die sind giftig, genau. Und Dinge, die in der Erde wachsen, waren da auch vielleicht noch nicht, teilweise noch nicht ganz so, so koscher. Man hat einfach nicht gewusst, wie man den Erdbeer kultivieren soll, was man damit machen soll. Es war dazumal die ersten Erdäpfel, die nach Europa gekommen sind, haben wir noch gar nicht so nach Europa passt, das ist, da hat die Vegetationsperiode nicht passt, da hat da die die Tageszeiten, also die die Tageszeiten in der Vegetationsperiode nicht passt und dann waren das halt wahrscheinlich eher so kleine verkümmerte Knollen, was da drin waren, die was nicht geschmeckt haben und somit hat man sich halt eher gedacht, na ja, dann bauen wir es halt auch ein schönes.
Sprecher 3
Dann hat man da wahrscheinlich Kartoffel genannt. der hat ja dann eine irrsinnige Erfolgsstory gemacht, der, wenn er da vor 100 Jahren noch gar nicht so beliebt war und jetzt ist ja Grundnahrungsmittel.
Sprecher 1
Ja, der Erfolgs, die Erfolgsgeschichte hat irgendwann im 18.19. Jahrhundert dann angefangen, wie einerseits das Getreideknopper geworden ist, ist dann von den Herrscherhäusern quasi per Befehl erlassen worden, dass Erdäpfel angebaut werden müssen. Da gibt es total viel Geschichten dazu. Da gibt es zum Beispiel so eine Story, dass der Friedrich der Zweite in Preußen hat Erbfe anbauen lassen, hat es bewachen lassen vor Soldaten, damit die Leute glauben, das ist ganz was Wertvolles und hat auf die Nacht halt die Soldaten angezogen und die Leute haben die Erbfe gestohlen. Marketing Kerl ist ist eine Geschichte, bisschen was Wahres wird schon vielleicht dran sein. Ja, Aber der Friedrich der Zweite hat dann in Preußen den Kartoffelbefehl erlassen und somit hat sich das auch 'n bisschen durchgesetzt, dass der Erbfehl wirklich anbaut wird. In Österreich hat die Maria Theresia auch einen Kartoffelbefehl erlassen. Das hat sie hauptsächlich aber eher in den böhmischen Landen durchgesetzt. In Österreich selber war man nur bisschen, ja da war man nur bisschen horklig und und hat das erst später dann quasi intensiviert. Aber dann sind Kriege gekommen, in Kriegen ist halt immer wichtig, die Nahrung immer wichtig. Das hat man mit dem Getreide dann nicht mehr geschafft und der bayerische Erbfolgekrieg wieder als Kartoffelkrieg bezeichnet, weil da haben sie sich gegenseitig die Erdbeere ausgeroben, dass die anderen nichts an Essen haben.
Sprecher 2
Wahnsinn, wie kann man jetzt die Erdäpfel auch bei uns im im Waldfeld, aber vielleicht Österreich weiter einstufen, wie wichtig ist die Erdäpfel so am Teller sozusagen, also wie viel Grundnahrungsmittel ist es schon im Vergleich zu anderen Sachen?
Sprecher 1
Ich glaub, da sind wir schon ganz vorne dabei bei den Grundnahrungsmittel, weil im Schnitt ist jeder Österreicher im Jahr 55 Kilo, das heißt ein bisschen mehr wie ein Kilo in der Woche. da kommt schon ein bisschen was.
Sprecher 2
Das sind schon paar und können wir das eigentlich, weiß nicht, ob du das weißt, aber können wir das aus eigenem Anbau stemmen, unseren Kartoffelanbau, oder importieren wir Kartoffeln?
Sprecher 1
Wir können sehr viel stemmen, wir importieren aber auch Erdäpfel, wir exportieren aber auch Erdäpfel, aber natürlich freuen sich die österreichischen Erdäpfel Bauern, waren im Geschäft die österreichischen.
Sprecher 2
Ist ja klar, ist ja klar.
Sprecher 3
Und wie ist die Erbfe jetzt so als Nahrungsmittel für den Körper? Was hat der Gutes für den Körper?
Sprecher 1
Ah, der hat total viel gute Sachen für den Körper. Der hat viel Eiweiß. und man sagt zum Erdbeer auch, dass die Zitrone des Nordens, weil er einfach einen irrsinnig hohen Vitamin C. Gehalt hat.
Sprecher 2
Das hab ich auch nicht gewusst, schau. Und kann man den Erdäpfel jetzt vielleicht auch weltweit gesehen einordnen in die wichtigsten Nahrungsmittel, was ist er, ist er da ganz vorne dabei, jetzt im Vergleich zu vielleicht Reis oder so?
Sprecher 1
Ja, also Reis ist natürlich 1 von der wichtigsten Nahrungsmittel, die was am weitesten verbreitet sind, aber der Erdäpfel ist neben Getreide und Mais 1 von den Top Grundnahrungsmitteln, die konsumiert werden beziehungsweise verarbeitet werden.
Sprecher 2
Ja, wo gehen jetzt so die Waldviertler Erbfen am meisten hin, was wird da draus gemacht, kommt der in Supermarkt und wir kaufen einfach Erdäpfel oder werden es Chips oder was wird so aus die vor allem auch Waldviertler Erbfen, gutes gemacht?
Sprecher 1
Ja, am besten Waldviertler Knell, Waldviertler Knell, nein, aber in Waldviertler Erbfindst dich in alle Produkte, die du was du bisschen im Einzelhandel kaufen kannst bei uns. Also es werden im Waldviertel alle Arten von Erdäpfeln angesetzt, sag jetzt mal, von Speisekartoffeln über Industriekartoffeln und somit findet ihr es halt wirklich überall ein bisschen Verbreitung. Also genauso wie in die Chips, die es im Chipsackel sind, oder in die Pommes, wo es im im Wirtshaus am Töllerling, da ist schon oft einmal ein Waldviertel dabei.
Sprecher 2
Jetzt hab ich eben Gustav Pommes.
Sprecher 3
Ja, und was bei den Erdäpfeln noch immer Thema ist, ist ja der Erdäpfelkäfer. da haben wir unten im Museum gesehen, der ist ja eigentlich nicht immer da gewesen, sondern der ist irgendwie auch eingeschleppt worden. Und da gibt es sogar Theorie, dass der absichtlich eingeschleppt worden ist.
Sprecher 1
Genau, ja, der Erdbeerkäfer als erste Biowaffe quasi. Ja, also die Geschichte besagt, dass die Amerikaner den Erdbeerkäfer aus den Flugzeugen abgeworfen haben und so nach Europa gebracht haben, damit die europäische Nahrungslandschaft geschwächt wird.
Sprecher 3
Ist das mehr so eine Legend oder ist es schon ein bisschen belegt?
Sprecher 1
Es immer, es hat natürlich einen Hintergrund, das ist so wie es mit diese ganzen Legenden sind, irgendwo ist ein bisschen ein wahrer Kern, der Erdbekäfer ist tatsächlich aus Amerika gekommen, ist aber genauso wie Rehblaus oder eine Krautfäule, was auch eine Erdäpfelkrankheit ist, mit eingeschleppt worden.
Sprecher 2
Einfach ja, klar, der Erdäpfelkäfer, wenn man das ist schon eine ordentliche Plage. Was tut man da dagegen eigentlich und was tut sich im Waldviertel dagegen?
Sprecher 1
Ach ja, da gibt es, wie es halt in der Landwirtschaft so möglich ist, verschiedenste Arten und Methoden, die kann man mitunter chemisch bearbeiten, man kann es aber auch mechanisch quasi bearbeiten. Ganz wichtig ist vielleicht, oder das Wichtigste, was man mal machen kann, ist dass man einfach eine Fruchtfolge einhält, das ist auf einen Acker, wo man Erdbeer gehabt hat, sollte man so um die 5 Jahre keine Erde für mehr anbauen, jetzt nicht nur zwingen Käfer, zwingen andere Schädlinge, da ist der Drahtwurm und so weiter, dann schaut man, dass man auch entsprechend, also gegen alle Schädlinge, entsprechend resistente Sorten anbaut. Da gibt es ja auch schon sehr viele Möglichkeiten, das zu tun und wenn man es im Hausgarten hat, dann hilft es halt nichts, dann muss man.
Sprecher 2
Es halt auch glauben gehen.
Sprecher 1
Ja, das glaubt man das am Viertel nicht auch noch, also im Biolandbau, in kleiner, in der kleineren Struktur, tut mir ja abfickig vor, glaub meine Mutter hat das lang gemacht.
Sprecher 2
Ja, ja, wir haben nämlich letztes Jahr, mein Nachbar ist RP Bauern, hat angebaut und wir haben, glaub ich, tausende in unserem Garten gehabt.
Sprecher 1
Also das natürlich, ja, oder, sie sind, sie sind schnell, sie schwärmen ja bis zu in bis zu 4 Generationen mittlerweile raus. Das heißt, wenn einmal die eine Generation wieder Eier abgelegt hat, dann kommt die nächste Generation und die nächste Generation und so haben wir den ganzen Sommer was davon. Ja, O.
Sprecher 3
K., was hat dich eigentlich am meisten überrascht jetzt im Museum, was, was du gelernt hast über Erdäpfeln, gibt es irgendwas oder irgendwas, was ganz ein spannender Fakt ist über Erdäpfeln, was man im Museum lernen kann.
Sprecher 1
Ganz ein spannender Fakt, über Erdäpfel gibt es so viel spannende Sachen. Nein, ich glaub, was wirklich sehr spannend ist, ist diese Sortenvielfalt. Einfach mal 5000 Sorten weltweit, das ist ein Wahnsinn. Und was sehr cool ist, also persönlich auch sehr cool finden, unten ist unsere wunderschöne Erbewand, wo wir vorher kurz davor gestanden sind. Und da ist auf der Seiten ja dann auch noch, sind noch Schautafeln über verschiedenste Sorten. Also da sieht man, es gibt ja nicht nur den, was sehr viele kennen, den quasi runden oder bisschen ovalen gelben Erbfe, sondern es gibt lilane, rote, es gibt.
Sprecher 2
Schwarze, gibt es auch.
Sprecher 1
Genau, genau und da sieht man auch paar Sachen und das ist schon sehr cool.
Sprecher 2
Ja, warum haben wir dann eigentlich nur so um die 50 Sorten in Österreich, warum bauen wir nicht auch viel mehr verschiedene und das wäre eigentlich voll cool, wenn man da ein bisschen Abwechslung hätte. Ja, stell ich mir irgendwie cool vor.
Sprecher 1
Ja, na ja, also immer 50 Sorten sind eh schon sehr viel, es sind wahrscheinlich auch schon noch mehr jetzt da, das ist ja ein bisschen was, was im im Ertragsanbau angesetzt werden, es wird privat, glaub ich, auch mittlerweile wieder mehr verschiedene Sorten anbaut. Da ist die Arche Noah ganz wichtig, also die Arche Noah hat sie auch neben anderem Saatgut dem Erble verschrieben, dass die alte Sorten erhalten und gerade die alten Sorten sind ja oft eben diese buntschaligen, also sind entweder buntschalig oder ganz bunt oder in verschiedensten Formen und Variationen.
Sprecher 3
Und ja, und ist die Süßkartoffel schon ein großer Konkurrenz zum Erble?
Sprecher 2
Ist das nicht eine Sorte, also so.
Sprecher 1
Nein, also da sind wir biologisch ganz woanders da. Der Erpfi ist ein Nachtschattengewächs und die Süßkartoffel ist ein Windengewächs. Die mag es ganz woanders da.
Sprecher 2
Deswegen heißt es da ganz anders.
Sprecher 1
Das ist keine Kartoffel, genau, nicht Süßerpfi.
Sprecher 2
Das klingt aber komisch. O. K., O. K., ich kenn mich schon aus, aber beides gut. Beides gut. jetzt bietet sie ja auch Führungen natürlich an. Wie funktioniert das, ihr werdet es ja nicht immer offen haben im Rathaus, wie funktioniert das, wenn man vorbeikommen will, vielleicht auch mal mit einer Schulklasse oder so und sich das mal anschauen will.
Sprecher 1
Ja, also da haben wir mehrere Möglichkeiten, haben wir jetzt, sagt man, ich hab mit einer Gruppe vorbeikommen, dann kann man sich ganz einfach metten, arbeiten mit der Gruppengröße und dann schauen wir, dass irgendwer diese Führung macht, eben wie zum Beispiel die Hödl Maria oder andere. leider aus unserem Arbeitskreis, die sich dann die Zeit nehmen und eben die Führung für diese Gruppe machen. Es gibt auch Kinderführungen, also da ist das Programm ein bisschen auch und das ist eine Möglichkeit. Und ansonsten, was ich sehr cool find, ist haben wir die Möglichkeit, dass man unter der Woche zu uns ins Museum kommen. Wie gesagt, wir sind im Rathaus, das heißt zu den Öffnungszeiten beziehungsweise wenn unser Rathaus besetzt ist, kann man auch herkommen. Dann machen die Kollegen unten auf und man kann sich das Museum unten anschauen.
Sprecher 2
Man kann alleine durchgehen.
Sprecher 1
Man kann sich die ganzen Schautafeln durchlesen. Wir haben aber auch den Hieronymus Guide, den kann man sich overloan, das ist eine App, da gibt es dann, also da wird man dann geführt durchs Museum, da kann man sich die verschiedenen Stationen anhören, da gibt es dann zusätzlich auch noch Stationen auf unserem Marktplatz, die zu historische Themen und vom Gemeindemuseum. Also das ist eine wirklich coole Sache. Und zusätzlich am Wochenende, das haben wir dann sonntags, haben wir grundsätzlich geöffnet von 13 bis 16:00 Uhr. Da kommt man her, läutet an, da gibt es einen Rufdienst und dann kommt halt irgendwer von unserer Arbeitskreismitglieder und macht auf und geht ins Museum. Der erzählt dann ein bisschen was, wenn man will. und es ist eigentlich immer eine recht nette Geschichte.
Sprecher 3
Ah, cool und jetzt noch mal Frage an dich als Erbfelliebhaberin, was ist der, wie genießt du in Erbfell am liebsten?
Sprecher 1
War in so viel verschiedene Sachen, aber ich glaub mal pur all time Favorite seit Kindheitstagen ist ein Erbfellpüree.
Sprecher 2
Weißt du, wie ich sie gern hab, wir haben ja im Wirtshaus so, mir kommen aus dem Wirtshaus und da haben wir einen großen Kartoffelschäler gehabt, wo wir natürlich die eingeschmissen haben. Kartoffelschäler, kein Äpfelschäler. Und dann haben wir quasi die warmen Kartoffeln da rein geschmissen, sie sind geschädigt worden und sind sie rausgekommen, die hat man dann in der Schaffel geschmissen und Tomma hat halt dann irgendwas draus gekocht und dann haben wir einfach das mit dem Messer aufgeschmissen, eine Kartoffel, ein bisschen ein Stückerl Butter drauf und einfach pur gegessen. Das ist, weil das ist, das.
Sprecher 1
Ist und weiß nicht, das noch besser ist, wenn es frische Häurige sind.
Sprecher 2
Wirklich, wenn sie von heuer sind, wenn.
Sprecher 1
Es die ersten Äpfel sind, was so bei uns Juni irgendwann einmal, die ersten kleinen Äpfel und dann nur mit der mit der Schale und mit ein bisschen Butter.
Sprecher 3
Ah, das ist das Beste, was gibt's. Also gut, das sind die Erbfelnudeln, oder? Ich mein, das ist ja voll, genau, oder Pommes.
Sprecher 2
O.
Sprecher 3
K., also wir schauen jetzt dann weiter zum Wirten um's Eck in Schweikers, wir.
Sprecher 2
Haben da einen kleinen Hinweis, nämlich mit der Niederösterreich Card bekommt man einmalig Eintritt in die Erbfiwelt.
Sprecher 1
Genau.
Sprecher 3
Ja, das sollte man ausnutzen.
Sprecher 1
Hast du die Bar im Sommer, wenn es draußen heiß ist, im Äpfelmuseum ist es kühl.
Sprecher 3
Also, das wäre toll Werbung dafür gemacht, das ist klingt richtig spannend.
Sprecher 2
Und ich find ja, oft hat man so ein bisschen einen verstaubten Einblick von einem Museum, aber ist echt ein cooler Einblick. Wenn man sich bedenkt, wie viel, dass man erbfähig ist, ein ganzes Jahr und eigentlich, wie wenig, dass man darüber weiß, ist das schon mal ein Besuch wert.
Sprecher 3
Das ist schon mal ein C. drinnen, das wissen wir jetzt nicht genau. Ja, wie viel Apfel muss essen, um den Vitamin C. Tagesbedarf zu decken.
Sprecher 1
Das müssen wir vielleicht noch mal.
Sprecher 2
Es reichen jedenfalls 25 Bier am Tag, dass man es dem Vitamin C. bedarf. Wirklich, ja, so einfach 6 und dann?
Sprecher 1
Brauchst du ein paar Pommes dazu, dann glaub ich.
Sprecher 2
Ja, genau, wir sagen danke für den super Einblick am Schluss. Fragen wir immer noch, was macht für dich denn das Waldviertel aus, die Region?
Sprecher 1
Boah, ja, das Waldviertel ist für mich Heimat. Also, es ist für mich daheim. Ich war zwischenzeitlich viele Jahre in Wehren arbeitstechnisch und bin dann einfach gern wieder heim gekommen, weil es ist halt einfach so die Weite, das ist einfach so schön, weißt du, gehst raus hier bei uns und und du siehst halt einfach Wald, Wiesen, Hümmel, schön.
Sprecher 2
Und in der Nacht noch die Sterne, und.
Sprecher 1
In der Nacht noch die Sterne, das haben sie mir in Werni geglaubt, wie gesagt, wenn ich daheim rausgehe, ess ich die Müllstraße, ne, klar, das hat mir kein Mensch geglaubt, aber das ist so.
Sprecher 3
Und wie sagen sie in Wiener eigentlich Erbse oder Kartoffel?
Sprecher 2
Hätten sie gern Kartoffelsalat?
Sprecher 1
So circa.
Sprecher 3
Und letzte Frage, was macht für dich Waldviertlerinnen Waldviertler aus als Typ?
Sprecher 1
Als Typ, ja, vielleicht so ein bisschen wie das Waldviertel, gell? Also hier und da bisschen schroff und ein bisschen kühl, aber eigentlich ein guter Lutsch.
Sprecher 2
So lernen wir auch immer wieder in unseren, ja, bald 50 Sendungen, die Waldviertlerinnen und Waldviertler kennen und wir freuen uns schon auf die nächste Sendung. Horcht es wieder rein, wenn es heißt, A Woidviertler, 3 Leut. Pfiat euch. Tschüss. A Woidviertler, 3 Leut.
Sprecher 3
Der Waldviertel Podcast. Wir sagen ein großes Dankeschön
Sprecher 2
An Bund, Land und Europäische Union für die Unterstützung unseres Podcasts.
Neuer Kommentar