#42 – Neustart durch Stille: Fasten im Kloster

Shownotes

Wir drücken auf den Pausenknopf – der Kopf wird klarer, das Gedankenkarussell entwirrt, man hat wieder Lust auf gesunde Ernährung und Bewegung.

Im ehrwürdigen Ambiente des Kloster Pernegg sprechen wir mit Fastenleiterin Gini Czernin genau darüber, über Neustart, Stille und warum Fasten weit mehr ist als Gewichtsreduktion.

Was passiert im Körper, wenn wir bewusst verzichten? Warum fällt es in der Gruppe leichter als allein zu Hause? Und weshalb kann ein Tag völliger Stille plötzlich ganz neue Perspektiven eröffnen? Eine Folge über Auszeit, innere Balance und die besondere Kraft des Waldviertels.

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Zum genannten Buch von Gini Czernin "RESTART durch genussvolles Fasten und innere Balance": https://www.giniczernin.com/restart-online

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Transkript 42 -

Gini Czernin: Das klassische Fasten, so würde gesagt, das ist das Teesaftsuppe Fasten mit also die Buchinger Methode. Dann gibt es Intervallfasten mit basischer Kost. Dann gibt es T.C.M. Fasten, das macht eine T.C.M. Ärztin. Und dann gibt es ein Ayurveda-Fasten, wo auch ein indischer Arzt sozusagen mit einer Kollegin, die eben Fastenleiterin ist und auch auf Ayurveda spezialisiert ist, den Fastenkurs leitet.

Karl: A Woidviertler, 3 Leit - der Waldviertel Podcast. Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von A Woidviertler

Pascal: 3 Leit - der Waldviertel Podcas und heute ein sehr spannendes Thema, vor allem für mich auch sehr spannend, weil ich nächste Woche eine Fastenwoche einlege. Ja, Zeit wird es, Zeit wird es und wir sind heute im Kloster Pernegg und gegenüber sitzt uns die psychologische Beraterin, Supervisorin, Fastenleiterin im Kloster Pernegg, nämlich die Gini, grüß dich, hallo, grüß dich, hallo.

Karl: Hallo, Gini, es ist ja wirklich, wir sind da reingekommen, es ist alt, ehrwürdig, es ist ja noch ein bisschen winterlich hier und mystisch. Also, wir lieben diese Energie, die da stattfindet. Wie geht es da an so einem Ort zu arbeiten, jeden Tag.

Gini Czernin: Es ist großartig hier zu arbeiten und ich muss ehrlich sagen, ich, ich verbringe sehr viel Zeit hier Und es ist jedes Jahr oder jedes Jahreszeit anders. Also, wenn du herkommst im Winter, wie jetzt ist es Winterwonderland, im Sommer, im Frühling, im Herbst, es ist immer schön und es immer anders. Und so sehen es auch viele Gäste, die kommen, die einfach dann sagen, sie können sich gar nicht entscheiden, welche Zeit besser ist, weil es einfach so, wie du richtig sagst, immer ein besonderer Ort ist, ein mystischer Ort ist, ein Ort der Stille.

Pascal: Gini, nimm uns mal kurz allgemein mit. Kloster Pernegg, was macht ihr da? Ihr seid kein Hotel, ihr seid kein keine Anstalt, ihr seid kein Krankenhaus, aber irgendwas dazwischen, oder wie kann man sich das vorstellen?

Gini Czernin: Ja, also prinzipiell ist es schon ein Art Hotelbetrieb, ja, weil die Leute buchen hier ja ein Zimmer und bekommen Fasten Verköstigung. Ja, also da gibt es Unterschiede, was für einen Kurs du buchst und sonst ist es eigentlich ein Fastenseminar. Das heißt, es ist jeder Kurs, der hier angeboten wird, es sind 3 Kurse parallel pro Woche, wird von einer Fastenleiterin geleitet, wie ein Seminar, aber so, dass jeder auch die Möglichkeit hat, nur dann teilzunehmen, wenn er möchte. Also, wer sich zurückziehen will, zieht sich zurück. Wer am Programm teilnehmen will, nimmt am Programm teil und viele, es gibt ganz viele verschiedene Möglichkeiten. Also ich hab so Schwerpunkt Burnout Prävention, Wandern, ja.

Pascal: Das haben wir genau richtig dann bei dir. Genau, man kann quasi immer, kommt man so eine Woche zu euch ins Hotel.

Gini Czernin: Genau, man kann nur Samstag bis Samstag buchen oder 10 Tage, gibt es auch 10 Tages Fastenkurse. Und die Leute, die Teilnehmer, werden sozusagen begleitet und gehalten durch den Fastenleiter, der einfach auch sich auskennt, der wenn es einem nicht gut geht, hilft. Und was ich so spannend find im Vergleich zu anderen Häusern ist eben dieser Seminarcharakter, weil durch die Gruppendynamik einfach auch sich Gruppe sich trägt. Man wird motiviert zu fasten. wenn es einem nicht gut geht, erzählt einem ein anderer erfahrener Faster, ach, das ist eine Krise, morgen geht es dir besser. Also es ist einfach so, dass das sich die Gruppe sehr trägt und das ist, glaube ich, das Besondere auch an der Art, wie das hier angeboten wird, weil das ist selten.

Karl: Und ihr spezialisiert euch ja auf bisschen spirituelles Fasten oder es sind sehr viele Möglichkeiten auch zur Stille und zum auch in sich gehen dabei.

Gini Czernin: Ich glaub Spiritualität, wenn man den weiten Begriff Spiritualität sieht, es ist ein Kloster, aber es ist kein von Priestern geführtes Kloster, es sind auch keine Nonnen da. Aber natürlich, je nach Schwerpunkt des Fastenleiters, gibt es auch spirituelle Themen, würde ich sagen, so würde ich es sehen. Aber es ist nicht jetzt so, wie es früher war, im Kloster, sozusagen. Mit Pfarrer, der dabei ist oder so.

Karl: Und bei euch werden ja auch verschiedene Fastenarten angeboten, also nicht nur jetzt das klassische Fasten, sondern ich glaube, es gibt auch so T.C.M. Fasten, Ayurveda Fasten, was kann man da jetzt machen?

Gini Czernin: Also es der eine Seite das klassische Fasten, so würde gesagt, das ist das Teesaftsuppe Fasten mit also die Buchinger Methode. Dann gibt es Intervallfasten mit basischer Kost, dann gibt es T.C.M. Fasten, das macht eine T.C.M. Ärztin, traditionelle Chinesische Medizin. Genau, genau, und dann gibt es ein Ayurveda Fasten, wo auch ein indischer Arzt sozusagen mit einer Kollegin, die eben Fastenleiterin ist und auch auf Ayurveda spezialisiert ist, den Fastenkurs leitet. Neu hier im Haus gibt es jetzt das Scheinfasten, dass ich mit deiner Kollegin momentan anbete, das Scheinfasten ist eine ganz spezielle Methode, weil du 3 Mahlzeiten am Tag kriegst, die 200 220 Kalorien nur haben und dadurch durch die Zusammensetzung der Mahlzeiten und die niedrigen Kalorien kommst du in den Fastenstoffwechsel, ähnlich wie beim Buchinger Fasten, obwohl du was isst. Also du hast trotzdem diese Autophagie, also den Recyclingprozess der Zelle und auch in die Ketose und die Leute verlieren Gewicht, es geht ihnen gut, sie haben mit dem Kreislauf ein bisschen weniger Probleme, weniger Probleme als beim Buchinger Fasten und ist ganz neu, wir haben im November den ersten Kurs gemacht und die Woche habe ich jetzt auch einen Kurs dazu und die Leute sind ganz begeistert, dass es auch gut schmeckt.

Pascal: Klingt toll, wann kommt man jetzt zu euch? Du hast schon gesagt, du bist in der Burnout Prävention, wir zwar haben sicher sehr viel Stress und viel zu viel Arbeit, also wann überlegen sich die Gäste hey, jetzt gehe ich eine Woche in ein Fastenkloster. Also was, was ist auch so die, die, das Klientel, das zu euch kommt.

Gini Czernin: Also ich glaub, die Motivation ist ganz unterschiedlich. Der eine kommt, weil er Gewicht abnehmen will, der andere will die Auszeit. Ich glaub, die, die die Auszeit wollen, ist mittlerweile überwiegend. Also früher war es eher so das Gewichtsthema, mittlerweile ist es wirklich Auszeit, raus aus dem Alltag. Ich glaub, das, was alle gemeinsam haben, ist das Bedürfnis nach Veränderung, etwas im Leben zu verändern. Und da ist einfach hier die Möglichkeit, so einen richtigen Restart zu setzen und zu sagen, O. K., diese Woche und es beginnt der Neustart sozusagen.

Karl: Kannst du aus meiner Sicht einmal sagen, ich hab schon ein paar Mal gefastet, so 7 Tage und ist das Erstaunliche ist ja wirklich, dass du danach so viel besser geht. Also das erstens, du verlierst natürlich Gewicht auch, aber das ist ja gar nicht das Wichtigste, sondern es gibt. im Körper besser, also alle möglichen Krankheiten verschwinden, oder es ist ja unglaublich, was das für positive Effekte hat, also mit was das alles nicht nur vom Gewicht her, sondern alles andere.

Gini Czernin: Absolut, also es wird auch der Kopf klarer, ja, und es geht einem, also es gibt danach meistens so ein Fastenhigh, du kommst zurück, bist energiegeladen, hast wieder Lust auf gesunde Ernährung, das muss man auch sagen, und Lust auf Bewegung und bist klarer im Kopf.

Pascal: Ja, mhm, Und das Waldviertel ist ja eine wunderschöne Gegend. Trägt es auch zu dieser Auszeit und zu dieser Region bei?

Gini Czernin: Also erstens ist das Kloster Pernegg vom Ort einfach ein großartiger Ort, auch diese, wir, werben ja mit dem Thema Stille und Sinn, weil einfach hier wirklich die Gedanken zur Ruhe kommen. Also man und das liegt an dem Ort und an der Möglichkeit der Wanderungen, der Bewegungen, der frischen Luft, die hier perfekt fürs Rasten geeignet sind, weil du nicht in den Bergen bist, was beim Fasten schwieriger wäre, sondern du kommst einfach, du hast optimal den Wald, du hast die Landschaft, es ist perfekt zum Wandern hier und die Bewegung an der frischen Luft ist ganz wichtig beim Fasten.

Pascal: Und die Betreuung, die ihr jetzt leistet, du als psychologische Betreuung, die ist dann quasi auch im Paket inkludiert. Das heißt, wenn ich sag, jetzt ist es 03:00 Uhr Nachmittag, ich breche jetzt komplett ein, ich weiß überhaupt nicht mehr, was ich tun soll, dann kann ich quasi immer wieder eine Betreuung aufsuchen, weil die funktioniert.

Gini Czernin: Nicht einmal aufsuchen, sondern der Fastenleiter ist einfach die Kontaktperson in der Woche für die Teilnehmer. Das heißt, wenn es jemandem nicht gut geht, egal ob untertags oder auch in der Nacht, ist mir auch schon passiert, dann kann mich der Teilnehmer anrufen und ich kümmere mich darum, dass es ihm besser geht. Ja, also, wir sind einfach die Kontaktpersonen. Ja, und wir gehen auch mit den Leuten wandern und machen dieses Programm, dieses Rahmenprogramm mit den Menschen.

Karl: Ist es bei allen ungefähr ähnlich, dass das ja so aus meiner Erinnerung so der dritte oder 2-3. Tag schwieriger und dann nachher wird es wieder besser. Ist das so?

Gini Czernin: Das ist an sich beim Buchinger Fasten, bei den anderen Fastenmethoden, beim Scheinfasten, hab ich nicht den Eindruck, dass es den Leuten schlechter geht. Das ist das, was ich vorhin im Kreislauf gemeint hab. beim Buchinger Fasten ist es so, dass man sagt, so 2.-3. Tag und dann ab 3.-4. kommt dann langsam das Fasten.

Pascal: Ja, jetzt hab ich es schon angesprochen, weil ich werde nächste Woche auch dann eine Woche Fastenkur machen, wieder wir machen das beide schon viele Jahre auch immer wieder. Hat es auch so saisonale Zeiten, also ich hab jetzt den ganzen Jänner nichts, keinen, keinen Alkohol, kein Fleisch, keine, keinen Zucker und mach jetzt quasi noch das Fasten hinten nach. Aber hat es auch so diese klassische Fastenzeit, die jetzt kommt, wo ihr ganz viel gebucht seid, oder kommen die Leute eigentlich das ganze Jahr?

Gini Czernin: Also sie kommen das ganze Jahr, natürlich gibt es Zeiten, die besser gebucht sind. Also die Fastenzeit ist natürlich viel besser gebucht, nicht besser gebucht, sondern einfach stark gebucht. Aber ich hab zum Beispiel im Oktober, November auch immer sehr gut gebuchte Kurse über den Sommer. Also es, ich glaub, es gibt auch Leute, die einfach das erste Mal hierher kommen und dann sagen, O. K., jetzt schau ich mir das im Sommer an und so weiter. Also an sich sind wir übers ganze Jahr gut gebucht.

Karl: Ja, und Fasten ist ja nicht nur etwas Körperliches, sondern auch was Geistiges, weil es prasseln ja so viele ja Energien und Dinge auf uns rein im normalen Social Media, Handy und Co. Das gehört sicher doch auch ganz so als wichtiger Bestandteil dazu, oder doch die Stille im Inneren zu finden.

Gini Czernin: Genau, also für mich ist eben auf der einen Seite, geb ich dir recht, wir leben in einem Zeit des Überflusses. auf der Ernährungsseite, aber auch Social Media Nachrichten, negative Nachrichten. Und deshalb ist so ein Cut, so ein Neustart, einfach wahnsinnig wichtig. Und deshalb ist, finde ich, Fasten in einem Kloster wie das Kloster Pernegg ganz was anderes als Fasten zu Hause, weil diese Rausnehmen aus dem Alltag, den Perspektivenwechsel ganz wichtig ist. Und hier habe ich das Gefühl, kommen die Gedanken auch zur Ruhe. und es entsteht nicht nur, es ist nur Stille rundherum, sondern es entsteht irgendwie Stille im Kopf und man hat einfach Zeit, sich mit sich, mit seinem Leben zu beschäftigen, vielleicht auch in einer schwierigen Lebenssituation zu hinterfragen und die Wege oder das Ziel zu ändern oder einfach neue Schritte zu gehen. Ja.

Pascal: Jetzt habe ich das Fasten auch schon immer wieder alleine gemacht, auch zu Hause. Das stimmt. Das fällt da, glaube ich, viel schwerer.

Karl: Wenn alle anderen Mittagessen, aber man selbst nicht isst.

Pascal: Das ist immer ganz schwer, aber ich hatte auch körperlich immer wieder Probleme beim Fasten. dass es mir danach zu schlecht ging, weil ich halt dann auch gleich wieder zu viel gegessen hab, zu fett gegessen hab. Das heißt, es wird da auch wirklich so von Anfang, also in Wirklichkeit muss ja das Fasten schon vor dem Besuch bei euch beginnen und auch danach weitergehen, noch oder?

Gini Czernin: Also an sich bekommen die Teilnehmer vorher schon eine Information, wie sie vorbereiten sollen. Dann, wenn sie, wenn sie sich daranhalten, geht es ihnen auch beim Start besser. Wenn sie sich nicht dranhalten, sind natürlich so die ersten Probleme wie Kopfschmerzen vom Körper, wie Entzug oder so, eher da. Und nachher, also wir sagen natürlich, am Ende der Woche gibt es einen Vortrag, wie baut man auf nach dem Fasten. Und an sich, wenn man sich da gut dranhält, dann kann man einfach den Erfolg viel, also sehr lange mithalten nehmen und sehr nachhaltig.

Pascal: Ja, und du hast jetzt auch das Rahmenprogramm vorhin angesprochen, also Wandern und Co, was gibt es da noch so an Rahmenprogramm, kannst du uns da mal mitnehmen in seiner Fastenwoche, was gibt es da noch alles zu tun?

Gini Czernin: Also an sich, so ein typischer Tag beginnt meistens mit einer Morgenaktivität. Ja, also ich gehe da ganz gerne in der Früh, einfach eine Morgenrunde, auch mit Mobilisierungsübungen, dann gehe gibt es meistens bei mir gibt es eine Wanderung jeden Tag. Bei Kollegen manchmal eine Yogaeinheit oder Indian Balance macht eine Kollegin also ganz unterschiedlich, je nach Schwerpunkt des Kollegen. Und manche, also die, die sich eher mit mentalen Themen beschäftigen, so wie ich, machen dann noch Übungen, die die Resilienz stärken. also das ist ganz unterschiedlich. Eine Kollegin macht Tanz, also wir haben ganz, ganz viel verschiedene Sachen. Also das ist, glaube ich, das Großartige an Pernegg, dass wir auch wirklich für jeden was bieten. Also es ist ganz wichtig, auch sich das Programm anzuschauen, das da ist. Es sind 3 Kurse parallel, dass man schaut, was es gibt, was spricht mich an, weil es wirklich alles für, ich glaube, für jeden Geschmack was dabei ist.

Karl: Merkst du jetzt auch als Burnout Trainerin, dass solche Sachen, solche Krankheitsbilder extrem zunehmend sind? Würdest du sagen, ist das Fasten etwas, das man ja gerade in dieser Zeit jetzt unbedingt wieder brauchen, zurückzukommen, zu weniger ist mehr.

Gini Czernin: Also ich bin an sich in der Burnoutprävention tätig und ich finde Fasten ist einer der besten Möglichkeiten der Burnoutprävention, weil es die Resilienz stärkt. Ich sag immer, die 3 Säulen der Resilienz sind Ernährung, Bewegung und Psychohygiene und bei Fasten hier im Kloster Pernegg mach ich genau das. Ich beweg mich, also ich mach Wanderungen oder jegliche Aktivität, ich tu was für die Ernährung und dadurch, dass ich die Auszeit mir nehme und raus aus dem Alltag komm, tue ich auch etwas für die Psychohygiene, für den inneren Geist, für meine Ziele, für meine Gedanken, für die Klärung meines Kopfes. Auch ja.

Pascal: Jetzt finde ich ganz besonders spannend für uns beide als Moderatoren, man kann auch einen Tag lang komplett in der Stille verbringen. Also quasi, es steht Gewinn durch Stille. Wie, wie läuft das ab, wirklich einen ganzen Tag einfach bewusst nichts zu sprechen und wie ist auch die Resonanz der Gäste auf so ein Programm?

Gini Czernin: Also erstens ist es so, dass in manchen Kursen auch während den Mahlzeiten geschwiegen wird. Das ist für manche ungewohnt. Aber es ist auch wichtig, weil du Achtsamkeit lernst beim Essen und langsamer dadurch isst. Also in manchen Kursen wird es auch wirklich durchgezogen, ist ungewohnt, aber am Schluss haben es die Leute dann ganz gern. Und der Stilletag ist traditionell. Der ist am Mittwoch und da ist es wirklich so, dass im gesamten Kloster der Raum der Stille gegeben wird. Also wir wollen, dass die Leute, also sagen wir auch, wer reden will, kann spazieren gehen und reden oder im Zimmer reden, aber in den Gängen, im Bereich des Klosters ist ganz wichtig, dass dies auch im Klostergarten, dass diese Stille da ist, dass der, der schweigen will, auch die Stille bekommt.

Karl: Das wäre für dich, glaube ich, der absolute Endgegner.

Pascal: Ja, aber ich find es sehr spannend.

Karl: Ist ja super spannend. Also ich würde unbedingt dich am Mittwoch da mal gern herschicken.

Pascal: Ja, ich überleg gerade, wann ich mal einen ganzen Tag nichts gesagt hab, aber vermutlich nur dann, wenn die Stimme ganz heiser ist und verletzt von so vielen Auftritten, aber ist echt spannend.

Gini Czernin: Ich glaube, es tut wirklich gut, kann man sich gut und es macht auch nicht jeder, es zieht nicht jeder durch. Sondern manche sagen, ich geh in der Früh, geh ich dann immer den Morgengang in Stille. Das finden die Leute sehr angenehm, weil du hörst plötzlich Vögel zwitschern und kriegst einfach von der Natur viel mehr mit und dann gehen manche vielleicht noch spazieren und dann sagen, treffen sie sich und tratschen irgendwo. Ja, das kann schon sein, aber viele ziehen auch den Stilletag wirklich durch und das also und sind dann begeistert, gerade wenn du es das erste Mal machst, wie gut du es tut. Ja, und ich sag eben still, es wird still im Kopf, die Gedankenkreise, die Gedankenkarusselle sind plötzlich weg.

Karl: Wen hast du da als Klientiel?

Gini Czernin: Ganz bunt gemischt, vom Manager, Topmanager bis zur Verkäuferin.

Karl: Ja, und Männer, Frauen.

Gini Czernin: Ich hab auch viele Männer im Kurs, muss ich ehrlich sagen. Ich glaub, das liegt am Burnout Thema. Ja, also, dass die Leute kommen, mehr aufsuchen. Ja, aber ich würd jetzt sagen, ich weiß nicht, 40% Männer, 60 Frauen, ich kann es ehrlich gesagt nicht sagen.

Pascal: Sind Frauen da bewusster als Männer bei dem Thema?

Gini Czernin: Würde ich jetzt auch nicht mehr sagen. Ja, also ich, also ich glaub, das Interesse an dem Thema ist jetzt schon von einigen Männern und ich muss ehrlich sagen, ich hab auch junge Männer, so wie euch, die einfach sportinteressiert sind, die einfach auch sehr körperbewusst sind. Also ich hab schon das Gefühl, dass das Thema Ernährung gerade bei sportlichen jungen Männern sehr groß ist. Also ich hab viele junge Männer, die in eurem Alter kommen und einfach fasten, nicht weil sie abnehmen müssen, sondern wegen der Auszeit und auch wegen dem Körperbewusstsein.

Karl: Wie oft denkst du, solltest also gibt es eine Regel, dass man sagt, so oft solltest du fasten, idealerweise im Jahr und wie viele Tage das dann Sinn macht?

Gini Czernin: Also ich glaube, es macht schon viel Sinn, wenn jeder, wenn man einmal im Jahr so eine Woche macht, wenn man sich rausnimmt. Also ich glaub, dass für mich gehört das Rausnehmen aus dem Alltag dazu. Ich find das wahnsinnig wichtig, das hier an dem Ort zu machen und da ist eine Woche im Jahr schon großartig, wenn man kann. Natürlich kommt es auch drauf an, Alter, Gesundheit und so weiter, ob man es öfters macht. Man kann bis zu 40 Tagen im Jahr fasten.

Karl: Aber diese 40 Tage sind jetzt nicht durchgehend, sondern das wäre im Jahr aufgeteilt.

Gini Czernin: Ja, also das ist O. K. Ja, aber ich denk mir, wenn jemand ein, zweimal im Jahr fasten geht, dann ist das schon perfekt für die Gesundheit und es ist einfach die beste Gesundheitsvorsorge oder Altersvorsorge.

Pascal: Ja, und wenn ich jetzt nicht die Zeit und nicht das Geld oder nicht die Muße habe, jedes Jahr zu euch zu kommen, jetzt ins Waldviertel zu kommen zum Fasten. Was gibt es vielleicht auch so für Tipps, dass du jemanden zu Hause mitgeben kannst, wenn wer sagt, ich würde gerne fasten oder ich würde gern, ja bewusster mich ernähren. Was sind so Alltagstipps, die du in deiner Laufbahn gelernt hast?

Gini Czernin: Also erstens glaube ich, dass im Alltag sehr gut funktioniert, das Intervallfasten.

Pascal: Wie funktioniert es genau für unsere Zuhörer?

Gini Czernin: Also im Prinzip geht es darum, dass du eine Nahrungspause von mindestens 14 bis 16 Stunden machst und in innerhalb von diesen anderen 8 bis 10 Stunden isst. Ich sag, wichtig wäre auch, das nicht mit ungesunden Lebensmitteln zu tun, sondern da auch darauf zu achten, was ich esse. Was auch gut funktioniert, ist einfach ein Fastentag mal, also einfach ein Fastentag in der Woche.

Pascal: Wo man einfach ganzen Tag gar nichts isst.

Gini Czernin: Ganzen Tag gar nichts. Was ich empfehle, wenn jemand zum Beispiel so in Zeiten, so wie Weihnachten und so, wo man viel isst, dann vielleicht noch groß frühstückt, dann ab Mittag nichts mehr isst und am nächsten Tag erst ein Mittagessen isst. Dann hast du auch eine große Zeitspanne und das ist wie ein Restart, wieder anzufangen, was anderes, also gesünder zu essen. Du hast wieder mehr Lust auf gesunde Nahrung. Und noch ein Tipp, den ich hoffentlich geben darf, ist, ich habe ein Buch zu dem Thema geschrieben und das ist eine Anleitung für zu Hause, sehr gut umsetzbar, einfach das Buch beschäftigt sich sehr.

Pascal: Wie heißt das Buch?

Gini Czernin: Das Buch heißt Restart durch genussvolles Fasten und innere Balance und da geht es auch um die sogenannten Silent Inflammation, das sind die Leisen Entzündungen, die für altersbedingte Erkrankungen verantwortlich gemacht werden.

Pascal: Im Darm vor allem oder?

Gini Czernin: Nein, die sind im ganzen Körper. Im Darm haben wir eher dieses Ungleichgewicht des Mikrobiom, das schon mit den Silent Inflammation auch zusammenhängt. Und ich hab da auf der einen Seite ist das Buch aufgebaut, da aufgebaut mit einem Wissensteil, wo man sehr viel Hintergrundwissen auch zu Heißhungerattacken, zum Mikrobiom, zu Fasten bekommt. Und auf der anderen Seite ist ein Teil ein Fastenkonzept, mit 52 Rezepten, die alle analysiert werden, ob sie antientzündlich sind, ob sie mikrobiomfreundlich sind, ob sie blutzuckerstabilisierend sind. Also das ist gut zu Hause durchführbar.

Karl: Sehr spannend, danke liebe Gini. Ich werde sofort den Pascal anmelden, jetzt am Mittwoch zum Tag der Stille.

Pascal: Ich würde gerne echt mal eine Woche lang kommen. Gini, am am Ende von unserem Podcast fragen wir immer, was macht für dich das Waldviertel aus, die Region?

Gini Czernin: Ich glaub das, was wir vorhin bei Pernegg auch gesagt haben. Diese Vielfalt, dass jede Jahreszeit was Besonderes hat, also durch den Wald einfach auch die Farben vom Herbst bis Sommer bis Winter, auch dieses nicht nur flach, sondern auch ein bisschen Hügeln, auch im Sommer wahnsinnig schön, wenn man am Abend einen Spaziergang macht, die Felder, die sich im Wind bewegen. Also ich find das und im November der Nebel hat auch was. Ja, also das, ich find das Waldviertel hat einfach eine Vielfalt an in der Landschaft.

Karl: Ja, magisch in jeder Jahreszeit. Was macht für dich einen Waldvierteler, eine Waldviertlerin aus?

Gini Czernin: Also ich muss ehrlich sagen, ich hab hier sehr viel mit den Biobauern in der Umgebung zu tun und am Anfang sind sie nicht sehr offen, ein bisschen was sind die, also die, die da fasten und wenn man dann sie kennenlernt, sind sie wahnsinnig herzlich, sehr offen und auch sehr fürsorglich.

Pascal: Cool, Gini, danke, du hast uns richtig Gusta gemacht aufs Fasten, wirklich, ja, bestimmt und wir laden alle recht herzlich ein, mal vorbeizukommen hier bei euch im Kloster Pernegg. Ich überleg mir das auch gut, dass ich es mal schaff, dass ich vorbeikomme, vor allem mittwochs. Und wir freuen uns schon, wenn wir dann gemeinsam hier die Stille genießen.

Gini Czernin: Also, eine Woche würde euch nicht schaden.

Karl: Ja, klar, ja, ich verbringe die Zeit dann woanders. Ich genieße deine Stille aus der Ferne.

Pascal: Das war wieder eine Ausgabe. Wir fasten uns weiter zur nächsten Folge bei A. Woidviertler, drei Leit. Pfiat euch. Baba.

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